Meine ökologische Haltung

Seit 35 Jahren konsumiere ich keine tierischen Produkte, weder zur Ernährung noch zur Bekleidung. Über die Jahre habe ich den Konsum industriell gefertigter Nahrungsmittel immer weiter reduziert. Ganz früh habe ich bereits aufgehört Coca Cola zu konsumieren oder Wasser in Flaschen zu kaufen. Ich benötige keine Fleisch- oder Käseersatzprodukte. Einzig Haferdrink und gelegentlich Sojajoghurt sind Ausnahmen.

Seit Jahrzehnten benutze ich keinen Geschirrspüler, keinen Wäschetrockner, keinen Föhn, keine Mikrowelle und auch keinen Rasierapparat. Selbst auf Rasierseife und Haarchampoo verzichte ich. Dafür nutze ich einfache Flüssigseife. Einzig eine elektrische Zahnbürste erlaube ich mir, lade die aber nur wenn der Akku leer ist, was jeweils einige Wochen vorhält. Ich brauche keine Hintergrundmusik in meiner Einzimmerwohnung, sondern genieße die Geräusche, die mir die umliegende Natur liefert.

Seit ich 2001 wieder nach Deutschland gekommen bin, habe ich kein Motorfahrzeug und nutze ausschließlich ÖPNV, Fahrrad und gelegentlich einen Tretroller. Letzteren, weil ich den zusammengeklappt, kostenlos im ÖPNV mitnehmen kann. Ich bin in den letzte 20 Jahren nur zwei Mal geflogen, davon war einer noch vom Flughafen Tempelhof nach Brüssel, bevor er geschlossen wurde. Der zweite Flug war nach London, um dort an einer Tagung teilzunehmen. Seither nutze ich für weite Strecken Bahn oder Bus, auch um nach Brüssel zu fahren. Orte, die ich so nur schwer erreichen kann, erspare ich mir.

Ich heize wenig, weil meine Nachbarn so sehr heizen, dass meine Wohnung mitgeheizt wird. Ich recycle meinen Müll und kompostiere Bioabfall. Von Letzterem ziehe ich vor der Entsorgung, die Flüssigkeit ab und dünge damit meine Balkonkästen. Beim Einkaufen nutze ich gebrauchte Beutel und Tüten, was nicht immer gerne gesehen wird.

Größere Mengen Nahrungsmittel wie Haferdrink und Zitronensaft bestelle ich über eine Foodcoop. Daneben kaufe ich in Bioläden Obst und Gemüse, das herabgesetzt ist und schaue gelegentlich beim Foodsharing im Rechenzentrum Potsdam vorbei. Ich versuche überwiegend regional und saisonal einzukaufen und verzichte auf bedenkliche Südfrüchte wie Avocados, Ananas, Kokosnüsse, Mango, o. ä. es sei denn sie sind 50 % reduziert, weil sie so aussehen, dass sie keiner mehr kaufen will.

Gerne kaufe ich auch im Unverpacktladen, auf Wochenmärkten oder bei einem Bauern in der Nachbarschaft ein. Wegen meiner Rente von 555 Euro, habe ich einen Berechtigungsschein für die Tafel, nutze ihn aber schon lange nicht mehr, weil der Weg hin und zurück sehr weit für mich ist.

Ich nutze wiederaufladbare Akkus für batteriegetriebene Geräte und ersetze defekte Glühbirnen durch LED-Birnen. Wenn ich einen Raum verlasse, schalte ich das Licht aus und auch meine WLAN ist aus, wenn ich es nicht brauche. Meine Bekleidung kaufe ich fast ausschließlich gebraucht bei Oxfam oder Humana, außer Unterwäsche und Strümpfe.

Beim Einkauf von Büchern, Gebrauchsgegenständen oder Geräten, recherchiere ich nach Qualität und Preis im Internet und versuche dann einen lokalen Anbieter zu finden und dort einzukaufen, auch wenn es vielleicht etwas teurer ist als online. Dafür spare ich an Verpackung und unterstütze lokale Geschäfte.

Ich kaufe mir weder Tempotaschentücher noch FFP2-Masken, weil ich davon reichlich in gutem Zustand verpackt auf Straßen und Wegen finde. Nebenbei sammle ich häufig herumliegenden Müll auf und entsorge ihn.

Schon mit Anfang 20 habe ich meinen Fernseher abgeschafft und bin sehr gut ohne klargekommen. Heutzutage versuche ich mich aktuell zu informieren, auch weil ich politisch aktiv bin. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das übers Internet tue, weil mir meine Computer das ermöglichen. Durch meine Arbeit habe ich sehr viel mit digitalen Geräten zu tun und bin mir bewusst, dass das meinen ökologischen Fußabdruck vergrößert. Ich kann nur hoffen, dass die Summe meiner Entscheidungen und meines Verhaltens, meinem Grundsatz entspricht eher Teil der Lösung als Teil des Problems zu sein.

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